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In 20 Jahren genug für einen Hauskauf zu sparen ist realistisch, wenn du früh anfängst, konsequent bleibst und dein Geld nicht nur auf dem Sparkonto liegen lässt, sondern für dich arbeiten lässt.
Wer monatlich 500 Euro zur Seite legt und diese in einen breit gestreuten ETF investiert, kann bei einer durchschnittlichen Rendite von 6–7 % pro Jahr nach 20 Jahren auf deutlich über 200.000 Euro kommen, je nach Marktentwicklung. Der Schlüssel liegt nicht in einem grossen Einstiegskapital, sondern in drei Dingen: Konstanz, Zinseszins und einem klaren Plan.
1. Das Ziel konkret machen
Bevor du anfängst zu sparen, brauchst du eine realistische Zahl: Wie viel Eigenkapital wirst du für den Hauskauf in deiner Region brauchen? In Deutschland empfehlen Banken mindestens 20 % des Kaufpreises als Eigenkapital, davon sollten rund 10–15 % die Kaufnebenkosten abdecken, die auf dich zukommen:
Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland 3,5–6,5 %), Notarkosten (ca. 1,5 %), Grundbucheintrag (ca. 0,5 %) und gegebenenfalls Maklergebühren (bis zu 3,57 %).
Wer ein Haus für 400.000 Euro kaufen will, braucht also realistisch 60.000–80.000 Euro aus eigener Tasche. Dieses Ziel in eine monatliche Sparrate umzurechnen, macht den Plan greifbar. Wie du generell Vermögen aufbaust, erkläre ich in Vermögen aufbauen für Anfänger.
2. Nur sparen reicht nicht
Wer 500 Euro pro Monat 20 Jahre lang auf ein normales Sparkonto legt, kommt auf rund 120.000 Euro – davon geht durch Inflation noch ein Teil an Kaufkraft verloren. Wer dieselbe Summe in einen ETF-Sparplan investiert, kommt nach 20 Jahren auf deutlich mehr, weil der Zinseszins-Effekt greift.
Warum Geld sparen allein nicht reich macht, erkläre ich in Geld sparen wird dich nicht reich machen, und wie du mit ETFs startest in ETF-Sparplan für Anfänger ohne Angst.
3. Monatliches Budget konsequent optimieren
Mehr sparen bedeutet oft nicht mehr verdienen, sondern bewusster ausgeben. Wer weiss, wo das Geld hingeht, kann gezielt umleiten. Zwei nützliche Startpunkte: Wo geht mein Geld hin? und Vermeide diese 3 teuren Geldfehler.
4. Regelmässig investieren, nicht auf den perfekten Zeitpunkt warten
Der grösste Fehler beim langfristigen Sparen: auf den richtigen Moment warten. Wer monatlich automatisch investiert, nutzt den Cost-Average-Effekt: Mal kauft man teuer, mal günstig, der Durchschnittspreis nivelliert sich über die Jahre. Mehr zur Angst vor dem Einstieg in Investieren, Angst und Inflation.
5. Notfallpuffer nicht vergessen
Wer alles auf den Hauskauf spart und kein Polster hat, gerät bei unerwarteten Ausgaben ins Straucheln und muss Investments im schlechtesten Moment auflösen. Ein Notfallpuffer von 3–6 Monatsausgaben auf dem Tagesgeldkonto schützt davor. Wie du diesen aufbaust, zeige ich in Clevere Spartipps für Notfälle.
Rechenbeispiel: 500 Euro/Monat über 20 Jahre
| Variante | Monatliche Rate | Nach 20 Jahren |
|---|---|---|
| Tagesgeldkonto (2 % Zins) | 500 € | ca. 148.000 € |
| ETF-Sparplan (6 % Rendite) | 500 € | ca. 231.000 € |
| ETF-Sparplan (7 % Rendite) | 500 € | ca. 261.000 € |
Der Unterschied zwischen Tagesgeld und ETF beträgt nach 20 Jahren über 80.000 Euro – ohne einen einzigen Euro mehr einzuzahlen.
Meine Empfehlungen
Für einen strukturierten Einstieg ins Investieren empfehle ich Investieren 101 mit Nadja. Wer sein Budget und seinen Geldplan visualisieren will, findet in der Cashflow Geldplan Vorlage ein praktisches Werkzeug. Und wer Aktien und ETFs kombinieren möchte, schaut sich Meine Top 20 Aktien für 2026 an.
Meine eigene Erfahrung
Ich selbst habe nie ein Haus für mich gekauft. Ich hätte mich gar nicht entscheiden können. Wenn ich eine Immobilie kaufe, dann zum Vermieten.
Ich habe zuerst Parkplätze und Kellerabteile gekauft, die ich vermiete. Damit habe ich praktisch keinen Aufwand.
Bei einem Haus gibt es dagegen immer etwas zu tun. Es fallen laufend Unterhaltskosten an und man muss regelmässig Geld investieren.
Für mich ist ein Eigenheim deshalb eher ein Luxusobjekt als ein Vermögenswert. Ich kann nicht davon leben und weiss auch nicht, wie mein Leben in 30 Jahren aussieht. Vielleicht möchten die Kinder das Haus gar nicht übernehmen. Vielleicht will ich selbst nicht mehr dort wohnen. Oder die Nachbarschaft verändert sich völlig.
Deshalb baue ich mein Vermögen lieber mit Investitionen auf, die mir laufende Einnahmen bringen und möglichst wenig Aufwand verursachen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel Eigenkapital brauche ich für einen Hauskauf in Deutschland? Empfohlen werden mindestens 20 % des Kaufpreises. Davon sollten 10–15 % die Kaufnebenkosten abdecken (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, ggf. Makler), die restlichen 5–10 % gehen als echtes Eigenkapital in die Finanzierung.
Ist ein ETF-Sparplan wirklich besser als ein Sparkonto? Langfristig ja. Über 20 Jahre übertrifft ein breit gestreuter ETF-Sparplan ein Tagesgeldkonto in der Regel deutlich, allerdings mit Marktschwankungen zwischendurch.
Was, wenn ich weniger als 500 Euro pro Monat sparen kann? Auch 200 oder 300 Euro monatlich machen langfristig einen grossen Unterschied. Wichtiger als der Betrag ist die Kontinuität – und früh anzufangen.
Soll ich das Eigenkapital kurz vor dem Kauf noch im ETF halten? Nein. Je näher der Kaufzeitpunkt rückt, desto mehr sollte das Kapital in sichere, liquide Anlagen (z. B. Tagesgeld) umgeschichtet werden, damit Marktschwankungen das Eigenkapital nicht im falschen Moment gefährden.
