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Wenn du für dein Kind Geld zurücklegen möchtest, denkst du vielleicht zuerst an ein Sparkonto. Genau das haben viele Eltern über Jahrzehnte gemacht. Jeden Monat kommt ein kleiner Betrag auf das Konto und irgendwann bekommt das Kind das angesparte Geld. Doch heute gibt es noch eine andere Möglichkeit. Du kannst das Geld für dein Kind langfristig investieren.
Und dafür brauchst du nicht Hunderte von Euro im Monat. Schon 25 Euro können einen Unterschied machen, wenn du früh genug anfängst.
Geld für Kinder anlegen statt nur sparen
Sparen und Investieren sind nicht dasselbe. Beim Sparen legst du Geld zur Seite. Es bleibt auf einem Konto und ist normalerweise schnell verfügbar. Beim Investieren kaufst du zum Beispiel über einen ETF Anteile an vielen verschiedenen Unternehmen.
Der grosse Unterschied ist die Zeit. Wenn dein Kind noch klein ist, hast du vielleicht 10, 15 oder sogar 18 Jahre Zeit. Genau dieser lange Zeitraum kann beim Investieren sehr interessant sein. Denn nicht nur dein eingezahltes Geld kann wachsen. Auch mögliche Erträge können wiederum neue Erträge erwirtschaften. Das ist der sogenannte Zinseszinseffekt.
Schon 25 Euro im Monat können sich summieren
25 Euro hören sich zunächst nach sehr wenig an. Das sind weniger als ein Euro pro Tag. Wenn du jedoch ab der Geburt jeden Monat 25 Euro für dein Kind investierst, hast du bis zum 18. Geburtstag selbst insgesamt 5.400 Euro eingezahlt.
Bei einer angenommenen durchschnittlichen Rendite von 6 Prozent pro Jahr könnten daraus ungefähr 9.700 Euro werden.
Natürlich ist diese Rendite nicht garantiert. Die Börse entwickelt sich nicht jedes Jahr gleich und es kann auch längere Phasen mit Verlusten geben. Das Beispiel zeigt aber sehr gut, warum Zeit beim Investieren so wichtig ist.
Was aus 25, 50 oder 100 Euro werden könnte
Nehmen wir an, du investierst jeden Monat ab der Geburt bis zum 18. Geburtstag und erzielst langfristig durchschnittlich 6 Prozent Rendite pro Jahr.
| Monatlicher Betrag | Selbst eingezahlt | Mögliches Kapital nach 18 Jahren |
|---|---|---|
| 25 € | 5.400 € | ca. 9.700 € |
| 50 € | 10.800 € | ca. 19.400 € |
| 100 € | 21.600 € | ca. 38.700 € |
Die Zahlen sind reine Modellrechnungen und keine Vorhersage. Gebühren, Steuern und die tatsächliche Entwicklung deiner Anlage können das Ergebnis verändern.
Trotzdem wird etwas sehr deutlich. Du musst nicht mit einem grossen Vermögen beginnen. Du brauchst vor allem Zeit und Regelmässigkeit.
Meine persönliche Erfahrung: Ich hätte viel früher angefangen
Wenn es diese Möglichkeiten damals schon so einfach gegeben hätte, hätte ich viel früher für meine Kinder investiert.
Heute habe ich dafür ein separates Unterkonto beziehungsweise ein zweites Depot eingerichtet. Dort investieren alle drei Kinder gemeinsam. Mir war wichtig, dass jedes Kind immer gleich viel beigetragen hat. Dadurch ist der Gesamtbetrag grösser und kann gemeinsam schneller wachsen, als wenn jedes Kind nur mit einem kleinen Betrag alleine starten würde.
Als meine Tochter Anna 18 wurde, hat sie sofort ihr eigenes Depot eröffnet. Heute investiert sie selbstständig einen Teil von dem Geld, das sie nebenbei verdient.
Genau so möchte ich es später auch mit John und Rose machen. Sobald sie 18 sind, sollen auch sie ihr eigenes Depot führen und selbst weiter investieren.
Für mich geht es dabei inzwischen um viel mehr als nur um Geld. Ich möchte, dass meine Kinder möglichst früh lernen, wie Investieren, ein Depot und langfristiger Vermögensaufbau funktionieren.
Wenn du heute ein Baby oder ein Kleinkind hast, hast du einen enormen Vorteil. Du hast Zeit.
Du kannst bereits heute anfangen, jeden Monat einen kleinen Betrag zu investieren und diesen über viele Jahre wachsen zu lassen. Ich würde heute sogar so weit gehen und sagen: Für mich gehört langfristiges Investieren für Kinder fast dazu.
Ein klassisches Kindersparkonto kann natürlich weiterhin sinnvoll sein, etwa für Geld, das kurzfristig verfügbar sein soll. Aber nur Geld auf einem Sparkonto liegen zu lassen, würde ich persönlich heute nicht mehr machen.
Wenn ich noch einmal von vorne beginnen könnte, würde ich viel früher anfangen und einen kleinen Betrag automatisch jeden Monat investieren lassen.
Je früher du für dein Kind investierst, desto besser
Viele Eltern denken: Ich fange später an, wenn ich mehr Geld habe.
Das Problem ist, dass du Zeit später nicht zurückkaufen kannst. Wenn du heute nur 25 Euro investieren kannst, kann es sinnvoller sein, mit diesen 25 Euro zu starten, statt fünf oder zehn Jahre zu warten, bis vielleicht 100 Euro möglich sind.
Du kannst den Betrag später immer noch erhöhen. Das Wichtigste ist zunächst, überhaupt anzufangen.
Geldgeschenke für Kinder investieren
Es muss auch nicht alles aus deinem monatlichen Budget kommen. Geburtstag, Weihnachten, Taufe oder andere Anlässe bringen Kindern häufig Geldgeschenke.
Ein Teil davon könnte langfristig investiert werden. Statt beispielsweise jedes Geldgeschenk vollständig auszugeben, könntest du eine einfache Regel festlegen: Ein Teil darf ausgegeben werden, ein Teil wird gespart und ein Teil wird investiert.
So lernt dein Kind gleichzeitig, dass Geld verschiedene Aufgaben haben kann.
ETF für Kinder: Warum viele Eltern diese Möglichkeit wählen
Wer langfristig für Kinder investieren möchte, landet häufig beim Thema ETF. Ein ETF kann viele verschiedene Unternehmen gleichzeitig enthalten. Du investierst damit nicht nur in eine einzelne Firma.
Je nach ETF können darin Hunderte oder sogar Tausende Unternehmen aus verschiedenen Ländern enthalten sein. Das bedeutet allerdings nicht, dass ein ETF ohne Risiko ist. Kurse können steigen und fallen.
Bei einem Anlagezeitraum von vielen Jahren hast du jedoch mehr Zeit, zwischenzeitliche Schwankungen auszuhalten. Deshalb ist gerade bei der Geldanlage für Kinder der lange Zeitraum so interessant.
Muss das Depot auf den Namen des Kindes laufen
Das ist eine wichtige Entscheidung. Du kannst je nach Land und Anbieter ein Depot für dein Kind eröffnen oder das Geld in deinem eigenen Depot getrennt für dein Kind investieren.
Beides hat Vor- und Nachteile. Bei einem Depot auf den Namen des Kindes gehört das Geld rechtlich dem Kind. Spätestens mit Erreichen der Volljährigkeit kann das Kind darüber verfügen.
Wenn du dagegen in deinem eigenen Depot investierst, behältst du die Kontrolle darüber, wann und wofür du das Geld später weitergibst. Auch steuerlich können sich die Varianten unterscheiden. Deshalb solltest du prüfen, welche Regelungen in deinem Wohnsitzland gelten.
Ich selbst habe mich für ein separates Depot entschieden, in dem ich die Anlagen meiner Kinder übersichtlich von meinen eigenen trennen kann.
Was ist, wenn mein Kind schon 10 oder 15 Jahre alt ist
Dann ist es trotzdem nicht zu spät. Natürlich wäre es schöner gewesen, früher anzufangen. Aber auch fünf oder acht Jahre können noch einen Unterschied machen.
Vor allem kannst du dein Kind direkt mit einbeziehen. Zeige ihm, wie ein Depot funktioniert, warum Kurse steigen und fallen können und warum du nicht bei jeder Schwankung sofort alles verkaufen solltest.
Je älter dein Kind ist, desto spannender kann es sogar sein, gemeinsam zu investieren.
Kinder früh an Investieren heranführen
Für mich ist das einer der wichtigsten Punkte. Es geht nicht nur darum, deinem Kind mit 18 einen bestimmten Betrag zu übergeben.
Es geht darum, ihm zu zeigen, wie Vermögensaufbau funktioniert.
Ein Kind, das versteht, was ein ETF ist, was ein Dauerauftrag macht und warum langfristiges Investieren interessant sein kann, startet mit ganz anderen Voraussetzungen ins Erwachsenenleben.
Genau das sehe ich heute bei meiner ältesten Tochter. Sie hat mit 18 ihr eigenes Depot eröffnet und investiert jetzt selbst einen Teil ihres Geldes.
Das ist für mich viel wertvoller, als ihr einfach nur einen Geldbetrag zu übergeben.
Vielleicht beginnt dein Kind später selbst mit 25 oder 50 Euro im Monat. Und vielleicht macht es irgendwann dasselbe für die nächste Generation.
So entsteht Vermögensaufbau nicht durch einen grossen Glückstreffer, sondern durch viele kleine Entscheidungen über viele Jahre.
Starte mit dem Betrag, der heute möglich ist
Du brauchst nicht zuerst 10.000 Euro. Du brauchst auch keine perfekte Strategie.
Vielleicht sind es bei dir 25 Euro im Monat. Vielleicht 50 Euro. Vielleicht kannst du aktuell nur einen Teil der Geldgeschenke investieren.
Wichtig ist, dass du dir das Thema anschaust und anfängst.
Denn wenn du 18 Jahre wartest und gar nichts machst, kannst du diese Zeit später nicht mehr zurückholen.
Kleine Beträge wirken zunächst unspektakulär. Aber genau darin liegt ihre Stärke. Du kannst heute beginnen, ohne dein gesamtes Leben verändern zu müssen.
Und dein Kind hat viele Jahre Zeit, daraus etwas wachsen zu lassen.
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