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Wenn ich meinen Kindern eines mitgeben könnte, das ihr Leben finanziell verändert, dann ist es das Wissen über Investieren. Nicht das Sparen auf dem Konto, nicht das Warten auf eine Erbschaft – sondern das Verständnis, dass Geld wachsen kann, wenn man es richtig einsetzt. Die meisten Erwachsenen lernen das zu spät. Ich möchte, dass meine Kinder es früh wissen. Hier sind die 10 Dinge, die ich ihnen beibringen möchte.
1. Investieren bedeutet: Geld für sich arbeiten lassen
Wer arbeitet, tauscht Zeit gegen Geld. Wer investiert, lässt das Geld selbst arbeiten – und kann dabei schlafen, spielen oder in die Schule gehen. Das ist der grundlegende Unterschied, den ich meinen Kindern als erstes erkläre: Geld ist kein statisches Ding. Es kann sich vermehren, wenn man es in die richtigen Hände gibt.
2. Der Zinseszins ist das achte Weltwunder
100 € heute sind in 20 Jahren bei 7% Rendite fast 400 €. Ohne etwas dafür zu tun. Das ist der Zinseszins-Effekt: Zinsen auf Zinsen auf Zinsen. Je früher man anfängt, desto mächtiger wird dieser Effekt. Ich zeige meinen Kindern das am besten mit konkreten Zahlen – denn wenn sie sehen, wie aus 100 € in 30 Jahren über 700 € werden können, leuchten die Augen auf.
3. Was eine Aktie wirklich ist
Eine Aktie ist kein Zettel und keine Zahl im Computer. Eine Aktie ist ein echter Anteil an einem echten Unternehmen. Wer eine Apple-Aktie hat, gehört – ganz klein – zu Apple. Wer Aktien von Nestlé hält, ist Mitbesitzer von Nestlé. Das macht Investieren greifbar: Ich besitze etwas, das echte Produkte verkauft, echte Mitarbeiter beschäftigt und echten Gewinn macht. Mehr über den Einstieg ins Investieren erkläre ich in meinem Kurs Von 0 zum eigenen Depot.
4. ETFs: Viele Aktien auf einmal – für kleines Geld
Ein einzelnes Unternehmen kann Pleite gehen. Ein ETF (Exchange Traded Fund) enthält Hunderte oder Tausende Unternehmen auf einmal – und wenn eines davon schlecht läuft, gleichen die anderen es aus. Das nennt sich Diversifikation. Ich erkläre meinen Kindern: Statt eine einzige Karte zu spielen, spielen wir das ganze Kartenspiel. ETFs sind der einfachste und günstigste Weg, um in die Weltwirtschaft zu investieren – und schon ab 1 € im Monat möglich.
5. Nicht das Timing zählt, sondern die Zeit im Markt
Niemand weiss, wann der Markt steigt oder fällt – nicht einmal die besten Experten. Was zählt, ist, dass man dabei ist, und zwar lange. Wer jeden Monat einen festen Betrag investiert (egal ob der Kurs gerade hoch oder niedrig ist), kauft manchmal teuer, manchmal günstig – und erzielt am Ende einen fairen Durchschnittspreis. Das nennt sich Cost-Averaging und ist die stressfreieste Methode zu investieren.
6. Verluste gehören dazu – und das ist normal
Aktienkurse fallen. Das ist sicher. Was gute Anleger von schlechten unterscheidet: Sie verkaufen nicht in Panik. Ich sage meinen Kindern: Wenn dein Depot gerade minus 20% zeigt, ist das kein Verlust, solange du nicht verkaufst. Ein Kursrückgang ist wie ein Angebot im Supermarkt – die Ware ist dieselbe, der Preis ist günstiger. Wer in solchen Momenten weitermacht oder sogar nachkauft, profitiert langfristig am meisten. Wie Geldverdienen und Vermögensaufbau zusammenhängen, erkläre ich auch in Was ist der Unterschied zwischen Geldverdienen und Vermögensaufbau?.
7. Risiko und Rendite gehen immer Hand in Hand
Wer mehr Rendite will, muss mehr Risiko eingehen. Wer kein Risiko will, bekommt kaum Rendite. Das Tagesgeldkonto ist sicher – aber nach Inflation verliert man reale Kaufkraft. Aktien schwanken – bieten dafür aber langfristig deutlich mehr Wachstum. Diese Abwägung zu verstehen, ist eine der wichtigsten finanziellen Grundfähigkeiten überhaupt. Kein Risiko zu nehmen ist auch eine Entscheidung – mit ihren eigenen Konsequenzen.
8. Früh starten schlägt viel einzahlen
Ein Kind, das mit 15 anfängt zu investieren, hat mit 65 mehr Vermögen als ein Erwachsener, der mit 35 anfängt – selbst wenn der Erwachsene mehr einzahlt. Der einzige Grund: Zeit. Der Zinseszins braucht Zeit, um seine volle Kraft zu entfalten. Das ist die wichtigste Lektion überhaupt: Nicht der Betrag entscheidet, sondern der Start. Wie ich das mit meinen eigenen Kindern umsetze, erkläre ich in Wie ich mit meinen Kids investiere.
9. Konsumieren vs. Investieren: Jeder Euro ist eine Entscheidung
20 € für ein Spiel ausgeben oder 20 € in einen ETF? Beides ist möglich – und beides ist manchmal richtig. Was ich meinen Kindern beibringen möchte, ist das Bewusstsein: Jeder Euro, den ich ausgebe, ist ein Euro, der nicht mehr für mich arbeiten kann. Das bedeutet nicht, nie etwas zu kaufen. Aber es bedeutet, bewusst zu entscheiden, und einen Teil des Geldes immer zuerst zu investieren, bevor man ausgibt.
10. Man muss kein Experte sein – man muss einfach anfangen
Investieren klingt kompliziert. Es muss nicht kompliziert sein. Ein monatlicher ETF-Sparplan, der automatisch läuft, genügt vollständig für den Aufbau eines langfristigen Vermögens. Keine tägliche Marktbeobachtung, kein Expertenwissen, kein grosses Startkapital. Ich sage meinen Kindern: Du musst nicht alles verstehen, um anzufangen. Du musst nur anfangen.
Meine Empfehlungen
Für den einfachen Einstieg in Aktien und ETFs nutze ich selbst Comdirect und Consorsbank – beide sind einsteigerfreundlich und bieten günstige ETF-Sparpläne. Für einen strukturierten Einstieg gibt es meinen Kurs Von 0 zum eigenen Depot und speziell für Eltern: Wie ich mit meinen Kids investiere.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ab welchem Alter kann man mit Kindern über Investieren sprechen? Ab ca. 8–10 Jahren können Kinder den Zinseszins und einfache Konzepte wie Aktien verstehen. Mit Teenagern kann man bereits einen echten ETF-Sparplan aufbauen.
Können Minderjährige selbst ein Depot haben? Ja – mit Zustimmung der Eltern können Minderjährige in Deutschland ein Depot bei vielen Banken eröffnen. Eltern verwalten es treuhänderisch bis zur Volljährigkeit.
Welchen ETF empfiehlst du für Kinder? Ein breit gestreuter Welt-ETF (z. B. MSCI World oder FTSE All-World) ist für Einsteiger und Kinder ideal – einfach, günstig, global diversifiziert. Das ist keine Finanzberatung – bitte informiere dich individuell.
Wie viel sollte man monatlich für Kinder anlegen? Schon 25–50 € pro Monat machen über 18 Jahre einen deutlichen Unterschied. Wichtiger als der Betrag ist die Regelmässigkeit und der frühe Start.
